Ausblasen in Zofingen
Vom regionalen Fasnachtsende ungesättigt flüchteten wir in den Kanton Aargau und verlängerten die närrische Zeit um eine Woche. Die kulturelle Exkursion führte am 20. Februar 2010 nach Zofingen. Dort fand in der Altstadt eine Beizenfasnacht statt. Zum Abschluss der Saison und aus geistiger temporärer Leere folgt ein persönlich inspirierter, etwas anderer Erlebnisbereicht aus der Sicht Autors...
Ein Becher Weisswein schmückt meine ringlose Hand; ein Schuss Handcrème wäre auch mal wieder nötig. Die trockene Hand schwenkt vis-a-vis zu Martha Maus zum Prosten. Obwohl ich inzwischen daran gewöhnt sein sollte, irritiert mich ihr übergrosser Hut von H&M aus vermutlichem Katzenfell noch immer. Den Wein haben wir uns etwas unverschämt ergattert: Festwirt Thomas Schuler bezahlte im Car eine Runde und ein Bier schien einfach nicht passend für den Saisonabschluss. Doch eigentlich beschäftigt mich der Gedanke nach Limetten für einen Bananen-Rindfleisch-Eintopf. Soeben hat mir der Wirt meiner Stammbeiz auf meine SMS-Anfrage geantwortet: Keine an Lager. Auch bei den Mitgliedern lassen sich keine organisieren. Dafür ermögliche ich es mir zwei Becher Weisswein abschwatzen.
..Schmetterlingseffekt
Das Nachtessen verspricht bei einem Menüpreis von Fr. 35.-- ein kulinarischer Höhepunkt zu werden. Das Ambiente und die Lage des Restaurants sind schon mal viel versprechend. Kaum beim Hauptgang angekommen, schon lassen sich Beanstandungen vernehmen: Gemüsebeilagen die nicht belieben, zuwenig grosses Fleisch, usw. Auch das ist eben typisch Fasnacht und gehört wie die Butter auf das Brot: Provisorisch Meckern und erst dann nachfragen. Auch wenn es diesmal nicht der Fall war: Manchmal entsteht mit genug Alkohol aus Kleinigkeiten beinahe ein apokalyptischer Weltuntergang. Jedes Mal Faszination pur!
..Highnoon
Pflastersteine massieren meine Schuhsohlen. Die Gassen der Altstadt sind gespenstisch leer. Vor meinem geistigen Auge windet ein Strohhaufen über die Strasse. Meine Trompete ist griffbereit, auf den ersten Zug des Gegners wartend. Doch dieser scheint sich irgendwo verkrochen zu haben. Der erste Auftritt in der Beiz sorgte für ausgelassene Stimmung. Meine kürzlich beim Langlauf geholte Zehrung am Arm dämpft jedoch das aktive Mitmachen. Gemütlicher erscheint da die Kaffeestube im Zentrum. Nur wieso trinken da alle Longdrinks und es läuft keine Musik? Schnaps musste erst noch organisiert werden und wer Unterhaltung wollte, sollte das Fenster öffnen und die Guggen neben dem Wagen hören. Dies war für uns etwas unverständlich. Dieses Unverständnis wiederum war für das Personal unverständlich. Doch die Drinks waren eigentlich ganz okay…
..In vino veritas
Beim Gässeln kreuzt uns ein fröhlicher Herr und möchte gerne ein Stück von uns gespielt hören. Dafür bietet er uns eine Getränkerunde an. Gesagt getan und schliesslich bekommen wir drei Runden spendiert. Wow, da bleibt mir die Spucke weg und ich sage danke vielmals! Beim Trinken trifft unschuldige 16 auf erfahrenen, bodenständigen Sousaphonisten und mich mittendrin. Das Gesprächsthema erübrigt sich und ich erfahre wieder mal mehr als mir lieb ist. Fazit: Man kann sich Frauen definitiv schön trinken und 16 kann echt süss sein.
..Adieu
Es naht die Stunde der Heimreise. Auch wenn es der Bericht anders vermuten liess: Es war echt ein geiler Abend! Die Stimmung ist immer noch fidel und drei Mitglieder entscheiden sich gar in Zofingen zu bleiben. Für die anderen findet in Steinen noch die Alt-Fasnacht im Restaurant Löwen statt. Ich dagegen mache mich glücklich auf den Heimweg. Im Gepäck zwei Limetten, welche ich in der letzten Bar bekommen habe…



Der von dir angesprochene Drang dir als Registerkollegin den Rücken zuzuwenden,ist bei mir noch lange nicht so ausgeprägt wie bereits von anderen Individuen sehnlichst erträumt. Wäre es nicht auch sinnvoll oder absolut rational, wenn du liebe MAUS Martha auf Schlaghölzer wechseln würdest? Oder besser noch für einen allfälligen Neuanfang im Rythmusregister mit zwei Tannenzapfen (tönt dann nicht so laut)???
H. HESSE
angenehme nachtruhe allerseits;)
Übrigens: H. Hesse war ein deutsch-schweizerischer Dichter, Schriftsteller und Freizeitmaler. Seine bekanntesten literarischen Werke sind Der Steppenwolf, Siddhartha, Peter Camenzind, Demian, Narziß und Goldmund, Unterm Rad und Das Glasperlenspiel, deren Inhalt die Selbstverwirklichung, die Selbstwerdung, die Autoreflexion, das „Transzendieren“ des Einzelnen ist.
zu Handen Martha MAUS: Eine Katze ist ein sehr reinliches, hygienisches Tier welches selten mit einem stinkenden Fell in der Weltgeschichte herumirren würde. Also liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei dieser altertümlichen Kopfbedeckung um das Fell eines afroantarktischen Silberrinozerosses handeln könnte.